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Das RSG trauert um Karl de Fries – ein Nachruf

Am 13 Juni verstarb Studiendirektor Karl de Fries im 85. Lebensjahr.
Zusammen mit dem Schulleiter Paul Josef Breuer begründete er 1967 das „Neusprachliche Gymnasium des Amtes Menden“, das heute als „Rhein-Sieg-Gymnasium“ in Sankt Augustin sein 50jähriges Jubiläum feiert. Karl de Fries kam ebenso wie der Schulleiter Paul Josef Breuer vom Friedrich Ebert Gymnasium in Bonn. Beide waren verantwortlich für die innere Gestaltung des notwendigen Neubaus. Karl de Fries blieb zwar gerne etwas im Hintergrund, aber die Entscheidung, nur ein gemeinsames Schulleitungsbüro vorzusehen, kennzeichnet seine Bedeutung für die Schule.

Die Zeit der Gründung der Schule stand bildungspolitisch ganz im Zeichen der Kritik an der Schulform Gymnasium und der geringen Zahl von Abiturienten. Beide Mitglieder der Schulleitung inspirierte diese Kritik zur gemeinsamen Erarbeitung eines Reformplans, Förderung evtl. benachteiligter Schüler ermöglichte. Die wesentlichen Bausteine dieses damals bahnbrechenden Konzepts bestanden in der Ausstattung der Schule, der Gestaltung des Stundenplans und der Förderung neuer Unterrichtsformen. Die Pflicht zur dritten Fremdsprache wurde abgeschafft. Stattdessen wurden bis dahin für das Gymnasium ungewöhnliche Fächer angeboten, beispielsweise „Rechts- und Sozialkunde“, oder „Raum- und Wirtschaftskunde.“ Dieser Ansatz wurde später vom Kultusministerium für alle Gymnasien des Landes ermöglicht. So gestaltete Karl de Vries nichts weniger als die Enttypisierung des Gymnasiums in NRW aktiv mit.

Karl de Fries wollte aber nicht nur die theoretische Beschäftigung mit Themen im Unterricht. Er gründete am RSG eine „Dritte Welt Arbeitsgemeinschaft“, die sich außerhalb des Unterrichts mit Ländern der sogenannten Dritten Welt beschäftigte. Daraus entstand die Unterstützung eines Entwicklungsprojektes in Indonesien. In veränderter Form besteht dieses Projekt noch heute.

1994 wurde Karl de Fries nach 27 Jahren als stellvertretender Schulleiter wegen einer schweren Erkrankung pensioniert. Er ging schweren Herzens und besuchte das RSG immer wieder gerne bei Ehemaligentreffen und vielen Schulveranstaltungen.

Die Schulgemeinschaft des Rhein – Sieg – Gymnasiums wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, denen wir unserer aufrichtiges Beileid aussprechen.