Mit Freude lernen – Theaterworkshop am RSG
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Was leistet das Theater? Welche Funktion hat es in der heutigen Zeit? Brauchen wir das Theater überhaupt (noch)? Diesen Fragen gingen am 23.06. zwei Deutschkurse der Jahrgangsstufe Q1 nach. Rose Bartmer, die für die Oper zuständige Theaterpädagogin des Theaters zu Bonn, war zu Gast in der Aula des RSG und leitete einen spannenden Workshop, der für viele Schülerinnen und Schüler im Besuch der Oper „Holofernes“ gipfelte.

Was leistet das Theater? Welche Funktion hat es in der heutigen Zeit? Brauchen wir das Theater überhaupt (noch)? Wichtige Fragen, die im Unterricht manchmal zu kurz kommen. Dann weiter: Was ist der Unterschied zwischen einem Theaterstück und einer Oper und welche Bedeutung hat der Text jeweils?

Das Interesse der beiden Q1 Kurse an diesen Fragestellungen war groß, auch wenn bisher erst wenige einen Abend in der Oper erlebt hatten. Rose Bartmer, die für die Oper zuständige Theaterpädagogin des Theaters zu Bonn, leitete mit diesem dialogisch ausgerichteten, schülerorientierten Auftakt am 23.6. in der Aula des RSG ein in die Auseinandersetzung mit der Oper „Holofernes“, die, 1923 in Berlin uraufgeführt, seit 1926 nicht mehr auf deutschen Bühnen gespielt wurde. Dem „Schatzgräber“ und Bonner Generalintendanten Andreas K.W. Meyer ist es zu verdanken, dass wir in dieser Spielzeit die Renaissance von Emil Nikolaus von Rezniceks Werk erleben können.

Worum geht es? Die zentrale Figur des biblischen Stoffes ist die schöne Witwe Judith aus Bethulien, die sich in den feindlichen Feldherren Holofernes verliebt und ihn aus Verantwortungsgefühl für ihr eigenes Land umbringt, obwohl sie von ihm, dem Inbegriff eines Machtmenschen, nicht nur abgestoßen, sondern eben auch stark fasziniert ist, – ein zutiefst menschlicher Konflikt also.

Um einzuführen in diese Problematik, forderte Frau Bartmer die Schüler in diesem Workshop auf, sich für eine Partei zu entscheiden: Einige versetzten sich in die Rolle der Einwohner Bethuliens, andere in die der Assyrer. Dazu waren kleine prägnante Texte wichtig, die die Einfühlung unterstützten und es erleichterten, auch eine entsprechende Körperhaltung einzunehmen. Auch dem Verhältnis zwischen Judith und ihrer aufopferungsvollen Amme Abra näherten sie sich auf ähnliche, mit knappem Textmaterial unterlegte Art und Weise.

Die Bedeutung der Musik konnte mit zwei kleinen mitgebrachten Lautsprechern leider nur angedeutet werden, doch am 24.6. wurden alle, die mitkommen wollten, mit einem Besuch des „Holofernes“ in der Oper Bonn komplett dafür entschädigt.

Danke, Frau Bartmer! Und bitte, Herr Meyer, bleiben Sie der Musikarchäologie treu!
Witte