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Geschichte hautnah – Eine Reise in die deutsche-jüdische Vergangenheit

Für die Klasse 8b stand am Anfang die Lektüre des Jugendromans „Malka Mai“ von Mirjam Pressler im Deutschunterricht. Die Handlung spielt in den Jahren 1943/44. Ein jüdisches Mädchen will durch Flucht überleben. Schnell fragten sich die Schülerinnen und Schüler, was passierte damals genau? Und was geschah vor unserer eigenen Haustüre? Um dies zu klären, machte sich die 8b zu einer Reise in die Vergangenheit auf. Ihr Ziel war die Gedenkstätte der Landjuden in Rosbach an der Sieg. – Lesen Sie hier, was die Schülerinnen und Schüler dabei erlebt und herausgefunden haben.

Verfolgt und ausgelöscht
Wir (die Klasse 8b) sind am 19. November 2013 mit Herrn Regenberg und Frau Summ, unseren Lehrern, zur Gedenkstätte der Landjuden an der Sieg in Rosbach gefahren. Diese Exkursion haben wir gemacht, um die historischen und politischen Hintergründe des Romans „Malka Mai“ von Mirjam Pressler besser verstehen zu können, den wir im Deutschunterricht gelesen haben. Deshalb haben wir uns ins Rosbach u.a. besonders über die Themen Judenverfolgung im Nationalsozialismus sowie das alltägliche Leben unserer jüdischen Mitmenschen informiert.
Die Gedenkstätte befindet sich im ehemaligen Wohnhaus der Familie Seligmann, einer jüdischen Familie von Rosbach. In ihrem Haus lebten früher neun Personen: die Eltern Max und Maria Seligmann sowie ihre sieben Kinder, von denen nur Alfred Seligmann den Holocaust überlebt hat. Das kleine Fachwerkhaus steht heute unter Denkmalschutz und ist dem Rhein-Sieg-Kreis gestiftet worden.
Zuerst haben wir einen Film angesehen. Dieser zeigte, wie die jüdischen Mitmenschen ab 1933 öffentlich bloßgestellt und bedroht, ja sogar gequält und ausgegrenzt wurden. Sie alle mussten Rosbach verlassen. Fast alle wurden getötet. Nur wenige konnten fliehen und ihr Leben retten.
In der Gedenkstätte selber sind viele Fotos, Dokumente und Gegenstände zu sehen. Sogar Haushaltsutensilien der Seligmanns und einen gedeckten Sabbat-Tisch konnten wir entdecken und in Ruhe uns ansehen. Auch konnten wir den beiden Mitarbeiterinnen der Gedenkstätte Fragen stellen.
Was wir uns aber nicht erklären konnten, ist, warum die Mitglieder der Familie Seligmann, die wir auf den Fotos sahen, ausgegrenzt, gequält und ermordet wurden. Waren sie anders als wir? – Ihr Schicksal hat uns schockiert und berührt.
Viele denken, dass die Zeit der Verfolgung jüdischer Mitmenschen schon so weit zurückliege. Oder sie wissen nicht, dass dies auch direkt vor unserer Haustür geschah. Und wer die Augen offen hält, der kann versteckte Hinweise dazu entdecken. – Etwa die so genannten Stolpersteine, die zum Gedenken an das Verbrechen zwischen 1933 und 1945 vor einigen Häusern im Boden eingelassen sind. Darauf stehen die Namen der Vertriebenen und Toten. Sie sind Erinnerung und Mahnung zugleich.
(von Anna R. und Annika)

Geschichte hautnah
In der Gedenkstätte bekamen wir eine Vorstellung davon, wie das Leben in dieser Zeit für eine jüdische Familie gewesen sein muss. Der Ausflug wurde von unserem Deutschlehrer, Herr Regenberg, und unserer Geschichtslehrerin, Frau Summ, begleitet. Die Gedenkstätte befindet sich in einem alten Fachwerkhaus, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht. In diesem Gebäude lebte bis zur Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten die Familie Seligmann. Ihr ehemaliges Wohnhaus wurde von den Überlebenden der Familie dem Rhein-Sieg-Kreis gestiftet, um dort eine Gedenkstätte errichten zu können.
In dem recht kleinen Wohnhaus war eine Vielzahl an Exponaten u.a. aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu sehen. Dazu gehörten viele Fotos von Angehörigen und Freunden bzw. Bekannten der Familie Seligmann. Aufgrund der Ausstellungsstücke und interessanten Gespräche mit Mitarbeitern der Gedenkstätte konnten wir uns ein genaues Bild vom einstigen Leben der Juden in Rosbach machen. Dazu zählten Informationen zur Familie Seligmann und ihrem Alltag vor, während und nach der Zeit des Nationalsozialismus. Außerdem wurde uns ein Film über die allmähliche Ausgrenzung und Diffamierung der Juden in Rosbach gezeigt, erzählt von Zeitzeugen und damaligen Freunden der Familie Seligmann.
In dem vollständig restaurierten kleinen Wohnhaus sind auch Nachbildungen von Einrichtungsgegenständen vorhanden wie der gedeckte Schabbathtisch, an dem die Familie Seligmann sofort wieder Platz nehmen könnte.
Die in Rosbach zu entdeckenden so genannten Stolpersteine erinnern auf dem Boden vor Wohnhäusern an die vielen jüdischen Opfer unter den einstigen Dorfbewohnern, die zwischen 1933 und 1945 vertrieben und ermordet wurden.
Den Besuch fanden wir sehr informativ. Wir konnten erahnen, wie unmenschlich die Nationalsozialisten mit unseren jüdischen Mitbürgern umgingen. Der Besuch hat sich gelohnt, weil wir so Geschichte hautnah erleben konnten. Wir hoffen, dass auch andere Schulklassen diese tolle Gelegenheit nutzen, um mehr über das Leben unserer jüdischen Mitmenschen u.a. zur Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft zu erfahren.
(von Johannes und Daniel)

 

Die Vergangenheit entdecken – ein Erfahrungsbericht

Am Dienstag dem 19.11.2013 fuhr ich mit meiner Klasse nach Windeck-Rosbach auf Exkursion. Dort befindet sich die Gedenkstätte ,,Landjuden an der Sieg“. Diese ist in einem ehemaligen Wohnhaus untergebracht, in dem die jüdische Familie Seligmann lebte.

Nach unserer Ankunft begrüßte uns Frau Dr. Arndt und ihre Mitarbeiterin Frau Hess. Sie zeigten uns in einem kleinen Vortragsraum einen Film über Ruth Seligmann, ihren Bruder Arthur und ihre Eltern. Darin wurde eindrucksvoll erzählt, wie der Alltag der jüdischen Kinder etwa in der Schule war. Ebenfalls wurde von der Reichspogromnacht 1938 in Rosbach und den brutalen Übergriffen auf Juden berichtet. Dieses Verhalten der nationalsozialistischen Bevölkerung auf dem Land hat mich sehr überrascht. – Ich hatte gedachte, dass die Gewalt nicht so groß gewesen sei. Denn damals lebten in Rosbach doch vermutlich nicht so viele Menschen wie heute.

Nach dem Film konnten wir uns die Gedenkstätte alleine oder in Kleingruppen ansehen. In neun verschiedenen Räumen waren größtenteils in Schaukästen u.a. Zeugnisse und Dokumente des damaligen Lebens der Seligmanns ausgestellt. Besonders beeindruckend fand ich den Sabbatraum, der mit allen Gegenständen so eingerichtet ist, wie Juden den Sabbat (damals und noch heute) feiern.

Ich persönlich hätte es interessanter gefunden, wenn der Einführungsfilm nicht das Leben von Verwandten, sondern das der ehemaligen Hausbesitzer gezeigt hätte. Denn der Film handelte von Ruth Seligmann und ihrer Familie. Das Haus hatte jedoch dem gelernten Metzgermeister Max Seligmann gehört, dem Onkel von Ruth Seligmann. Max Seligmann überlebte mit seiner Frau Maria und seinem Sohn Alfred den Holocaust. Die drei anderen Söhne und die Tochter wurden ermordet. Nach Kriegsende kehrten die überlebenden Familienmitglieder wieder nach Deutschland zurück. Im August 1984 stiftete Hilde Seligmann, die Frau des überlebenden Sohnes Alfred und Schwiegertochter von Max Seligmann, das Haus dem Rhein-Sieg-Kreis. Am 28.08.1994 konnte die Gedenkstätte eröffnet werden.

Mir hat der Besuch der Gedenkstätte deutlich gemacht, dass die Verfolgung von Juden im Nationalsozialismus überall stattgefunden hat, auch vor unserer Haustüre. Außerdem wurde mir klar, dass Mirjam Pressler die politischen und geschichtlichen Ereignisse in ihrem Roman „Malka Mai“, mit dem wir uns intensiv im Deutschunterricht beschäftigt hatten, realistisch und überzeugend dargestellt hat.
(von Frank)

Jüdisches Leben in Rosbach an der Sieg
Am 19. November 2013 waren wir, die Klasse 8b, in der jüdischen Gedenkstätte in Rosbach. Das ehemalige Wohnhaus der Familie Seligmann wurde von Hilde Seligmann gestiftet und am 28. August 1994 als Gedenkort eröffnet. Als wir dort ankamen, wurde uns ein Film über einige Familienmitglieder der Seligmanns gezeigt. Diese haben jedoch nicht in dem Haus gewohnt, das heute Gedenkstätte ist. Danach konnten wir uns eine Stunde lang selbstständig in der Ausstellung umsehen. Dort sind viele Familienfotos ausgestellt, die zeigen, wie die Familie damals gelebt hat. Außerdem befanden sich in der Gedenkstätte kleine Modelle von Synagogen aus der Region, die an den 9. November 1938 erinnern, als die jüdischen Gotteshäuser brannten. Vor dem Haus der Familie Seligmann entdeckten wir so genannte Stolpersteine. Dies sind kleine Gedenksteine, die in den Boden eingelassen sind. Darauf stehen die Namen von jüdischen Mitmenschen, die einst mitten unter uns lebten, jedoch von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. – Für uns war es sehr spannend, viel Neues über das Leben der jüdischen Mitmenschen damals im Siegtal zu erfahren.
(von Natalie und Leonie)

Foto Gedenkstätte RosbachFoto Gedenktafel Familie Seligmann
Foto Schabbat-Tisch

Gelber Davidstern